Entertainment ·Journal

„Das Deutschland Protokoll“

Mehr aus Spass an Verschwörungstheorien als aus irgendeinem anderen Grund habe ich gerade "Das Deutschland Protokoll" gelesen.

Zwei abgehalfterte Agenten – einer aus der CIA der andere aus dem KGB – und ein x-beliebiger Deutscher sitzen zusammen in der Bibliothek des CIA-Agenten, trinken von morgens bis Abends Vodka und Whiskey und unterhalten sich über kleinliche Eigenarten aus diversen Staatsverträgen die belegen sollen, dass Deutschland gar nicht existiert, immer noch "Das Deutsche Reich" heißt, es die BRD gar nicht gab und somit auch keine Wiedervereinigung stattfand.

Das Buch liest sich dabei teilweise sehr langwierig und man fängt recht früh an die einzelnen Verträge – die allesamt Wort für Wort mit drin stehen – zu überspringen. Zwischen den Gesetzen und Verträgen erfährt man immer mehr über die doch recht wackelige Psyche des Protagonisten, die immer wieder kurz vor dem Nervenzusammenbruch oder gar Selbstmord steht – weil er ja soviel schreckliches über sein Heimatland Deutschland erfährt.

Zudem wird direkt nach dem Frühstück begonnen Whiskey und Vodka zu trinken – die drei Darsteller werden aber nicht betrunken. Sie genehmigen sich immer nur ein bis zwei Gläser – das allerdings nach jedem Artikel um ihn zu verdauen (also alle 10-20 Minuten).

Wenn man das Buch auch am Anfang für Echt und die Theorie für Interessant empfand, erledigte sie sich selbst in dem Moment, als beide Agenten anfingen von Quantencomputern zu erzählen, die schon seit Jahren in Regierungskreisen im Einsatz sind. Die Computer der "normalen" Bürger sind viel langsamer und arbeiten noch mit den total veralteten Silicium-Prozessoren. Das ganze wird natürlich geheimgehalten – Regierungen müssen ja den "normalen" Bürger kontrollieren. Und genau dazu ist auch das Internet da – auch kontrolliert von "denen" – also den Regierungen. Spätestens an der Stelle, wo Telekinese, Telepathie und Magie zur Sprache kommen hat man ein schlecht geschriebenes Fantasy Buch vor sich.

Zurück bleibt die Frage, wie Regierungen solche Geheimnisse – die ja noch größer sind als die Mondlandung – geheimhalten will/kann? Allein Wikileaks zeigt doch, dass sie noch nicht mal in der Lage sind, kleinere Geheimnisse zu behalten (und ja, es natürlich kann auch Wikileaks von den Regierungen geplant worden sein).

Dennoch frage ich mich, wie man Quantencomputer erfinden und herstellen kann, ohne dass irgendjemand etwas davon mitbekommt. Dafür werden Menschen – "normale" Bürger – benötigt, die die Arbeit machen. Schliesslich gibt’s es ja keine Replikatoren wie in Star Trek – wobei, wer weiß das schon?