Motorrad

Honda Testtag 2011 #HondaTT11

Als ich vor ein paar Wochen die Einladung zum Honda Testtag 2011 in meinem Postfach war ich ziemlich erstaunt. Wurde ich wirklich zu diesem großartigem Event, Aaron Lang sei dank, eingeladen? Und alles nur weil ich gerne über mein Lieblingshobby – Moppods – blogge und twittere?
Also am 6. Mai früh morgens auf nach Erlensee, zur Honda Academy. Vorher mit Kutze in Friedberg treffen. Das war gegen kurz nach acht, kurz vor neun waren wir dann da – und durften auch gleich loslegen. Und womit fängt man an, wenn noch kein anderer ungedudiger Moppedfahrer da ist? Mit der neuen Crossrunnner.

1. Honda Crossrunner
Kein Schmuckstück, aber solide. Keine Enduro und kein Naked-Bike – beides. Aufgesattelt und rauf auf die Strasse. Autobahn, Landstrasse, beides geht flott und einfach. Aber ab 180 fängt sie an zu nerven, wird laut und rau. Die Landstrasse liegt ihr mehr. Kurven sind ein Traum und wollen gestreichelt werden. Sie macht alles leichter. Und besser. Insgesamt ein ziemlich gutes Konzept, was uns Honda mit der Crossrunner präsentiert. Zwar ist kein Cross und kein Runner dran, aber beides passt auf eine skurile aber wunderbare Weise zusammen.
Mein nächstes Mopped könnte eine Crossrunner werden – wenn da nicht die CBR 600 F wäre, aber dazu später mehr.
Für mich gilt derzeit bei der Suche und Auswahl eines Moppeds die Tauglichkeit im Alltag zur täglichen Fahrt zur Arbeit und die Polster für den Sozi. Beides dürfte die Crossrunner hervorragend meistern. Das einfache und unkomplizierte Fahrwerk, der mit einem satten Sound ausgestattete spritzige Motor sowie die durchgängige Sitzbank erfüllen hier alle meine Wünsche.

Nach dieser Tour ging es los, ein kleiner Vortrag über die aktuellen Modelle, danach konnte ich wieder zurück aufs Bike.
Ich wollte nun eine Spritztour mit dem wohl geilsten und egoistischten Motorrad dieses Planeten machen.

2. Honda CB 1000 R
Perfekte Kurvenlage, extrem spritzig und schnell, der Fireblade Motor und ein Sozisitz, der sich selber auslacht. So etwa könnte ich sie beschreiben. Die CB 1000 R. Das Gefährt der Götter. Jede Kurve strahlt mich an – und wird mit 120 ausgelacht. Der Sozisitz verhindert mit viel Ironie das Vergnügen zu zweit. Sie will alleine fahren, da darf niemand mitkommen. Das stört nur das Gleichgewicht. Ein Bike für echte Männer – und echte Frauen. Ganz egal, Hauptsache alleine auf diesem Motorrad. Die Natur streicht vorüber und man wartet auf die nächste Kurve. Mit 90 rein, mit 120 raus und ab zur nächsten. Landtrasse – das ist der Lebensraum. Keine Autobahn, da schreit dir der Wind ins Gesicht und reißt an dir, dass du dich am Lenker festklammern musst. Es geht viel; 200, 240, 260, mehr. Aber jedes km/h zieht mehr an dir. Sie ist das genaue Gegenteil der Fireblade. Zwei Seiten aber ein Herz, wie der Engel und der Teufel auf der Schulter. Die CBR ist der Engel; die Fireblade heißt schliesslich nciht ohne Grund Fire.

Ohne groß zu überlegen ging es weiter, ich konnte gar nicht genug bekommen, das nächste Bike musste her.

3. CBR 600 F
Würde ich mich sofort für mein zukünftiges Motorrad entscheiden müssen – ich würde die CBR 600 F nehmen. Sie entspricht zu 99% genau dem Motorrad, dass ich derzeitig suche. Ein gemütliche weil gerade Sitzposition, ein Sozisitz der einer ist (meine Frau würde sich freuen), eine sportliche Leistung, angetrieben durch den aktuellen 600er Hornet Motor und trotzdem ein ziemlich sportliches äußeres.
Das alles vereint bildet die "neue" F-Serie. Neu, da sie das Konzept so grundsätzlich verbessert haben, das die neue "CB(F)" fast als neuwertiges Motorrad gelten könnte.
Allo Motorräder mussten dieselbe Strecke meistern, ein bisschen Autobahn incl. unbeschränktem Beschleunigen, ein stückchen Bundesstrasse, ein paar Dörfer und einige Kurven auf kleinen Landstrassen. Jedes Bike hatte seine Vorzüge und Nachteile. Die 1000 R wollte nur die Kurven und die Landstrasse, die Crossrunner konnte alles bis auf Autobahn (aber auch das ging), die Fireblade will eigentlich nur Autobahn – aber diese hier, sie wollte alles und bekam alles. Eine Ideale Lösung für das tägliche Motorrad. Ich denke, dieses Motorrad ist das perfekte Motorrad für die tägliche Fahrt zur Arbeit, das perfekte Bike für die nächste Tour und das perfekte Bike für die Ausfahrt mit der Frau hintendrauf.

Mittag. Barbecue. Vom feinsten. Sehr lecker.

4. Fireblade
Nach soft und einfach kommt hart und sportlich. Wo meine CBR 600 RR sportlich wirkt ist die Fireblade eine Rakete – kein Wunder dass sich irgendjemand damit überschätzt hat und sie in den Graben gelegt hat; vermutlich Totalschaden, dem Fahrer gings aber glücklicherweise ganz gut.
Die Autobahn ist ihr Revier. Von der Auffahrt bis 260 in geschätzten 5 Sekunden. Und das ohne spürbaren Fahrtwind. Wenn ich einmal den Nürnburgring befahren kann, will ich das umbedingt mit der Fireblade machen. Überholen kein Problem; wo die mitfahrenden Autos eine Sicherheitslücke zum reinfahren sehen, sehen wir eine komplette Überhollücke. Wenn ich meine 600 RR am liebsten tretten möchte lacht die große nur – und dreht dann richtig auf.
Während des Tages machte ein kleiner Spruch, der die beiden doppel-R am besten beschreibt, die Runde: 30 km/h im 6. gang oder 120km/h im 1. gang – beides ohne Probleme möglich. Und genau das stimmt; von der Autobahn aus bis durch die ersten beiden Dörfer hindurch brauchte ich nciht einmal schalten. Dann kurze Fotopause und im ersten wieder aufholen und 4 Autos überholen, aufgedreht bis 130. Der 3. Gang ist aber mein Lieblingsgang, hat die meiste Power für alles, von langsam bis schnell.

Nach der irrwitzigen Fahrt mit der Feuerklinge gab es noch eine (die zweite, denn die erste hatte ich verpasst) Vorstellung des wohl genialsten Roboters der Welt: Asimo.
Ein kleiner Nerdgasmus ging durch den Saal, als Asimo rumrannte, im Kreis lief, Tanzte, Treppen rauf und runterstieg und auf jedes (englische!) Kommando reagierte.

5. Shadow
Zum Abschluss des Tages gings es nochmal mit der Shadow raus, zusammen mit den Kollegen auf Crossrunner und CBR. Spätestens auf der Autobahn war ich allein, 120 kommen halt nicht hinterher. Deshalb gings direkt wieder runter und mit 90 gemütlich die Landstrassen runtergeschoben. Ich bin vorher noch nie mit einer Chopper ausgefahren – und werde es wohl auch so bald nicht wieder tun. Ist zwar irgendwie cool und extreeeem lässig, aber dann doch ein Tick zu langsam, zu unbeholfen zu eingeschränkt für mich.

Danach war der Tag dann für mich vorbei. Noch ein paar Minuten mit den anderen rumsitzen und ein wenig schnacken, dann gings auch schon zurück.
Der Rückweg auf meiner eigenen Honda CBR 600 RR zeigte mir wieder einmal wie geil sie doch ist; die 600 RR. Schnell, leicht, spritzig, sportlich und trotzdem nicht so verkrampft wie ähnliche Motorräder anderer Hersteller.

Der ganze Tag im Zeitraffer