Königreich der Himmel [2005]

1186. Zeit der Kreuzzüge. Balian (Orlando Bloom), ein armer Schmied, versucht den Selbstmord seiner schwangeren Frau zu überwinden und bekommt kurz darauf Besuch vom Kreuzritter Godfrey von Ibelin der sich als sein unehelicher Vater ausgibt. Godfrey möchte ihn mit auf seinen Kreuzzug nach Jerusalem mitnehmen, Balian lehnt aber erst ab. Als er aber kurze Zeit später den örtlichen Priester umbringt weil dieser seine verstorbene frau enthauptete, muss er das Angebot Godfrey’s doch annehmen und reitet ihm hinterher.

Balian ist begeistert von der Schönheit und dem derzeitigen friedlichem Zusammenleben der drei Religionen der Christen, Moslems und Juden. Kurze darauf stirbt aber Godfrey an einer Kriegverletzung und vererbt Balian kurz vor seinem Tod noch seinen Titel, seine Ländereien und schlägt ihn noch zum Ritter von Gottes Gnaden.

Überfordert von seinem neuen Besitz, seinem Titel und der Veratwortung kann er Anfangs nur seinen Bauern helfen ein Bewässerungssystem zu erbauen, muss aber zusätzlich noch mit intriganten Adligen und Tiberias (Jeremy Irons) Kreuzrittern, welche den labilen Frieden mit den Jerusalem umgebenden Moslems aufrecht zu erhalten versuchen auseinandersetzten. Zu allem Überfluss soll er auch noch dem todkranken König Jerusalems, Baldwin IV., der ein guter Freund seines Vaters war, helfen den kommenden Sturm der Moslems aufzuhalten. Unterstützung bekommt er dabei von der geheimnisvollen Schwester des Königs, Sybilla (Eva Green).
Nach dem Tod des Königs ist durch die Machenschaften einiger Ritter der Krieg nicht mehr aufzuhalten. Balian muss sich, getrieben von seinen Idealen als Ritter, dem riesigen Heer der Moslems stellen um wenigstens einiger der Bewohner Jerusalems zu retten. Eine erbitterte Schlacht um Jerusalem beginnt.

Konigreich der Himmel ist ein Geschichträchtiger Film. An der kurzen Zusammenfassung kann man ja schon den gewichtigen Inhalt des Films erkennen. Viele Details über die Ideale der Ritter sind sehr gut ausgeprägt, teilweise aber etwas überladen. Anders als in Troja kann man hier aber die Gesinnung der kämpfenden Ritter besser erkennen. Man weiss wer Gut und wer Böse ist. Zum Beispiel ist auf der Seite der Moslems der hohe Fürst Nasir ein gemäßigterer Kämpfer. Und auf der Seite der Ritter ist der Ehemann Sybilla’s der Böse.

Allerdings muss all dies in etwa 145 Minuten passen und somit ist der Film wie ein schneller Rausch. Bevor man gewisse Szenen und Storyteile verarbeitet hat und wieder weiss worum es geht, ist man schon wieder an anderer Stelle mitten im Film und Geschehen. Zudem gibt es einige Ungereimtheiten, z.B. wieso braucht es einen armen Schmied damit die Bauern einen Brunnen für Wasser graben.

Die Schauspieler Liam Neeson und Jeremy Irons liefern als Kreuzritter gewohnt sehr gute Leistung und bilden damit die schauspielerischen Grundpfosten vom Königreich der Himmel. Leider kann Orlando Bloom als Hauptdarstellers seine Rolle (noch) nicht richtig nutzen. Er spielt zwar nicht schlecht, aber leider insgesamt auch nur mittelmäßig.
Regisseur Ridley Scott bleibt kommentarlos, er bewegt sich sicher und auch weitestgehend unparteiisch gegenüber den Moslems im Gewirr aus Politintrigen und riesigen Actionschlachten.

Fazit: Königreich der Himmel ist mit seiner geschichtlichen Handlung um die Anfänge des Nah-Ost Konflikts in der Zeit der Kreuzzüge und seiner sehr detaillierten, historischen Umsetzung dieses Kampfes ein sehr guter Film und beinhaltet sogar einen gewissen Lehrfaktor. Obwohl er letzlich nur ein grandioser Actionfilm mit toller Ausstattung ist.
Allerdings ist er auch nur halb so gut wie er sein könnte und rauscht teilweise sehr schnell am Zuschauer vorbei.
Königreich der Himmel ist hoffentlich erstmal der letzte Massenschlachtfilm gewesen.

flattr this!

0 Responses to “Königreich der Himmel [2005]”


Comments are currently closed.