Ein Wort zum Desktop

Das Unix-basierte System auf dem Servermarkt dominierend sind, ist ja seid ein paar Jahren Tatsache. Aber der Desktopmarkt wird immer noch von Windows dominiert. Der verschwindent geringe Anteil an Unix (Linux / BSD) und Apple Systemen ist kaum der Rede wert. Zwar gibt man Linux ein große Chance auf dem von Windows Systemen dominiertem Mark, doch sprechen heute schon viele davon das Linux seine Chance verpasst hat. Das liegt nicht nur an dem relativ einfach zu benutzendem Windows selbst, sondern auch an dem fast gar nicht vorhandenem Spielemarkt. Computerspiele werden seit langer Zeit auf Windowssystemen entwickelt und vermarktet. DirectX löste OpenGL ab und wurde zum absolutem Standart in Computerspielen. Nur noch wenige Spiele wie z.B. die Quake Reihe (einschliesslich Quake4) von ID, oder Doom3 vom selben Entwickler, nutzen die OpenGL Schnittstelle, wodurch diese Spiele durchgehend alle auf Linux (als auch Apple) lauffähig sind und nicht einmal 5% der Entwicklungskosten zur Portierung kosteten (zum Vergleich: DirectX Spiele kosten kannp das 3-fache und auch deutlich mehr Zeit zur Portierung). Obwohl OpenGL einfacher zu benutzen und 100% portabel ist, wird es heute in Computerspielen kaum noch verwendet. Zwar ist es immer noch fundamental für Industriellen Visuallisierungen und CAD (3D Software für Architekten) Anwendungen, diese werden aber hauptsächlich auf Unix Systemen eingesetzt.
Mit der nächsten Windows Generation (Windows Vista) wird es noch härter für Linux sich auf dem Markt zu behaupten. Durch die DirectX-Monopol Politik von Microsoft ist der Einsatz von OpenGL in Computerspielen zur Tortur geworden. Eine Schnittstelle die auf der Plattform mit der größten Reuchweite nur noch emuliert wird, ist keine Basis für ein Computerspiel. Zwar besteht weiterhin die Möglichkeit OpenGL mit dem Grafikkartentreiber zu installieren, doch wird dann die tolle neue Windows Vista Oberfläche nur noch abgespeckt dargestellt – Schatten, transparente Fenster und all die “innovativen und nützlichen” Effekte sind deaktiviert.
Aber es gibt immer noch Hoffnung – Apple, der immerwerende Zweite, kann mit seinem Umstieg auf das x86 System (PC: Intel, AMD) mit Linux zusammen gegen Microsoft arbeiten und die Chance auf dem Desktopmarkt vergößern. Durch die durchgehende Benutzung von OpenGL im gesamten System schafft Apple auch OpenGL neue Chancen. CAD Anwendungen und Computerspiele haben eine neue Chance durch OpenGL portierbar zu werden. Ein Desktopmarkt auf dem alle Anwendungen auf fast allen System laufen ist schliesslich der Traum eines jeden Softwareentwickler. Durch OpenGL ist dieser Traum ein ganzen Stück näher gerückt – doch Microsoft versucht wieder die andere Richtung anzustreben, eine Monopolstellung die durch ihr System dominiert wird.
Mein Aufruf an alle Spieleentwickler lautet daher: Nehmt wieder OpenGL als Basis für eure Anwendungen. Damit schafft ihr eine weit größere und kostengünstigere Möglichkeit, eure Software auf andere Systeme zu portieren. Nehmt euch ein Beispiel an Doom3, Quake4, Serious Sam und Civilization4. Diese Spiele sind ohne Probleme auf Apple und Linux System lauffähig.

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5 Responses to “Ein Wort zum Desktop”


  • Deinem Appell stimme ich grundsaetzlich zu, allerdings gibt es ein paar Dinge, bei denen ich widersprechen muss.

    Der Spielemarkt ist im Desktopgeschaeft meines Erachtens selbst eine Nische. Die meisten Rechner duerften in Bueros stehen und da ist es vermutlich ein anderer Faktor der gegen Linux spricht. Was ich meine ist der 2.6er Kernel, der nur schwer stabil zu nennen ist. In Firmen duerfte das ein echtes Gegenargument sein.
    Zudem duerfte der Trend weg vom PC hin zur Konsole gehen. Das mag noch eine ganze Weile dauern, aber das wird sich wohl oder uebel durchsetzen. Was dann die Diskussion um Windows vs. Linux, DirectX vs. OpenGL ergibt ist nochmal eine ganz andere Frage.

    Eine andere Sache ist, inwieweit sich Synergie-Effekte zwischen MacOS und Linux ergeben. In diesem Kontext ist es sehr wichtig zwischen dem Kernel und dem Betriebssystem zu unterscheiden, d.h. man sollte lieber GNU/Linux sagen, weil man das in 99% der Faelle meint (ich tue es auch nicht konsequent). Auf der Kernel-Ebene sind es ganz andere Konzepte die verwendet werden.

    Die philosophischen Fragen pro und contra Linux werde ich hier mal lieber nicht ausbreiten…

  • Ich muss zugeben, dass mein missionarischer Eifer nicht mehr sehr stark ist. Wer MS-Produkte verwenden will, bitte. Ich habe damit kein Problem. Schlimm finde ich nur, wenn mich jemand missionieren will (welche Richtung auch immer). Wobei ich gestehen muss, dass ich OpenSource-Juenger verstehen kann, allerdings Leute die sich im selben Masse fuer MS-Produkte einsetzen weniger. Vor allem weil letztere meist mit Marketing-Blabla operieren, der eigentlich nur aus Nullaussagen besteht.
    Worin ich dir allerdings zustimme ist die Notwendigkeit darauf hinzuweisen, dass mit MS Vista eine neue Qualitaet an Platzhirschgebahren aufkommt, die es dem einfachen Nutzer aufzuzeigen gilt.

  • Trotz alledem ist dies ein “Krieg” gegen den Monopolisten Microsoft und wenn Apple und Linux (ob Stabil oder nicht, BSD gehört auch dazu und das ist Stabil) zusammen kämpfen können sie es schaffen.
    Apple hat meiner Meinung nach mit dem Umstieg auf x86 Plattformen den richtigen Schritt getan und hat damit mehr dem Platzhirschen entgegenzusetzen.
    Und im Bereich 3D Anwendungen geht es nicht nur um Spiele sondern die Anwendung von 3D API’s im Allgemeinen. OpenGL ist ein fundamentaler Bestandteil von MacOS X und hat somit genug Einsatzmöglichkeiten. Wenn jetzt Spiele auch wieder vermehrt auf dieser API setzen, ist der Kampf sogut wie gewonnen.

  • Missionarischer Eifer ist bei mir nur insoweit vorhanden (in vielen Dingen setzte ich ja selber MS Produkte ein), das ich ein wenig Traurig bin, was die MS Politik angeht die OpenGL vom Markt verdrängen will.
    Spiele lassen sich dadurch mit weit weniger Aufwand entwickeln und bereiten dem Entwickler auch nicht soviel Kopfschmerzen mit Spaghetticode. Zudem ist OpenGL massgeblich für die gesamte Entwicklung von 3D verantwortlich und wird auch in Produkten wie Pixar’s Renderman eingesetzt der für viele Filme wie z.B. “Findet Nemo” oder “Star Wars Episode 3″.

  • Ich bin derselben Meinung wie du, aber das Problem ist ja, das Microsoft schon so weit in Firmen verteilt ist. Und das nun Linux dort aufkommen wird, ist leider ziemlich unwarscheinlich. Das mit OpenGL ist auch so. Es wäre viiiiiieeeeel besser wenn Spiele und Andwendungen mit dieser API geschrieben würden, aber solange das nicht geschieht wird Linux/Unix nicht richtig aufkommen. Aber zum Beispiel bei Counterstrike ist es so, das 90% von allen Spielern auf OpenGL spielen statt Direct3D. Schon nur der Performance wegen. Wenn man die Wahl hätte würde wohl jeder Spieler der ein bisschen weis um was es geht OpenGL wählen.

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